Seit mehr als einem Jahr bin ich nun in Frankreich. In dieser Zeit haben sich eine Menge Dinge ereignet und Erinnerungen angesammelt; manche schlecht, manche schnell vergessen – und manche so bedeutend und schön, dass ich an ihnen festhalten möchte...
Ein solcher Moment ereignete sich relativ früh nach meiner Ankunft in Paris. Vielleicht in meinem zweiten Monat, genau kann ich dies nicht mehr sagen. Es war noch ein gutes Stück vor der Parade und ich ging, wie es meine Arbeit verlangte, auf Disneyland’s Town Square auf und ab. Ein älterer Herr kam auf mich zu. Er war etwas hager und hatte volles, graues Jahr. Wir kamen ins Gespräch. Er war Amerikaner. Aus der Gegend um New York.
Es stellte sich heraus, dass er vor Jahrzehnten in Kalifornien lebte und dort Anfang der 60er eine Reihe von Kinos besaß. In dieser Zeit, so sagte er, sei es nicht unüblich gewesen, dass er bedeutende Persönlichkeiten aus der Filmbranche in seinen Häusern begrüßen durfte. Und eine dieser Persönlichkeiten war ein Mann, der zu diesem späten Zeitpunkt seines Lebens den Globus erobert und Millionen von Menschen zum Träumen gebracht hatte: Walt Disney.
Er berichtete mir von seinem Treffen mit Walt. In seiner Stimme lag Stolz. Ein freundlicher, anständiger und aufrichtiger Mann sei er gewesen.
Ich war überwältigt. Walt Disney ist wie so viele Figuren aus Geschichte und Kunst zu einem Mythos geworden. Mehr Bildnis als tatsächlicher Mann aus Fleisch und Blut, der er einst war. Ich schätze ihn sehr, hat mich doch sein Erbe maßgeblich in meinem Leben beeinflusst und stets inspiriert.
Nun mit jemandem zu sprechen, der einst tatsächlich Walt Disney kennen lernen durfte, machte den Mythos real. Machte Walt wieder zu einem Menschen. Und brachte mich ihm näher.
Ich bedankte mich bei dem älteren Herren, der sich nach unserer all zu kurzen Unterhaltung dem Ausgang zuwandte und mich mit dieser mir nun teuren Erinnerung zurückließ...
Freitag, 28. September 2007
Donnerstag, 27. September 2007
Mittwoch, 26. September 2007
Meine Warterei
In Frankreich muss man warten können. Auf Busse, Züge, Freunde, Antworten.
Bis Heute warte ich noch darauf, dass mir die staatliche Krankenkasse endlich das mir zu stehende Geld für den Ausfall meines Gehalts überweist, das sich während der Tage anhäufte, in denen ich von einer Kinderkrankheit niedergestreckt gelangweilt rumgammelte. Das ist nun fast vier Monate. Letzte Woche kam nun endlich ein Schreiben, man könne mir nichts überweisen, da ich von den drei offiziellen Krankschreibungen meiner Ärztin die falsche eingereicht hätte. Man wolle die Kopie 1 und 2, ich hatte Nummer 3 eingeschickt. Der bedeutendste Unterschied zwischen diesen verschiedenen Ausgaben des selben Wisches ist die kleine Zahl, die oben rechts gedruckt steht. Kopie 1 ist im Übrigen nicht mehr auffindbar. Es ist nun fraglich, ob ich jemals die 300,- Euro erhalte, welche mir in Deutschland einfach mit meinem monatlichen Lohn auf dem Konto gelandet wären...
Das schönste Warten ist allerdings an Kassen. Vielleicht ist da die französische Seele am deutlichsten sichtbar: Dann, wenn die auf jung gestylten Verkäufer bei H&M gemütlich Oberteile und Slips zusammen legen, dabei sich fröhlich und ausgelassen mit ihrem Kollegen nebenan über ihr Liebes- und Familienleben unterhalten und sich irgendwann mal daran erinnern, dass vor ihnen ja ein Kunde steht.
Gestern stand ich mal wieder bei meinem Supermarkt in der Schlange. Der ist so groß, dass man ihn schon gar nicht mehr ”Super” nennt sondern gleich ”Hyper”. Die Hypermarchés sind riesig und haben einfach alles – außer immer genau das, was man eigentlich sucht. Und frisches Obst und Gemüse.
Während also die Kassiererin nun mit allergrößter Sorgfalt bei jedem Produkt den Strichcode suchte, um dann die Müslischachtel entspannt über den Scanner zu ziehen, befand ich mich in dieser träge dahin ziehenden Schlage. Vor mir stand ein Kerl in meinem Alter mit einem 6er-Pack Milch. Hinter mir eine wuchtigere Dame mit dem weißen T-Shirt des Sportclubs einer Nachbargemeinde, die sich mit ihrem Mann in einer so herrlich fremd klingenden Sprache unterhielt, dass ich meine, es sei Portugiesisch gewesen.
Nun kann man in diesen Situationen, in denen man zwischen Menschen gefangen ist und mal wieder auf Grund der Langsamkeit des französischen Lebens den Bus verpasst anfangen zu fluchen, zu resignieren oder sich fragen, wie es wäre, wenn wir den Krieg gewonnen hätten...
Frankreich verlangt eine Menge Nerven...
Die übrigens und ironischerweise gerade die Franzosen gerne verlieren, scheinen diese doch nur schwer zu verstehen, dass man gerade in einem Freizeitpark vielleicht eine Weile warten muss, um Achterbahn fahren zu können. So stehen sie da und beschweren sich bei mir über das, an das sie doch so gut gewöhnt sein müssten es aber dann nicht sind: zu warten.
Bis Heute warte ich noch darauf, dass mir die staatliche Krankenkasse endlich das mir zu stehende Geld für den Ausfall meines Gehalts überweist, das sich während der Tage anhäufte, in denen ich von einer Kinderkrankheit niedergestreckt gelangweilt rumgammelte. Das ist nun fast vier Monate. Letzte Woche kam nun endlich ein Schreiben, man könne mir nichts überweisen, da ich von den drei offiziellen Krankschreibungen meiner Ärztin die falsche eingereicht hätte. Man wolle die Kopie 1 und 2, ich hatte Nummer 3 eingeschickt. Der bedeutendste Unterschied zwischen diesen verschiedenen Ausgaben des selben Wisches ist die kleine Zahl, die oben rechts gedruckt steht. Kopie 1 ist im Übrigen nicht mehr auffindbar. Es ist nun fraglich, ob ich jemals die 300,- Euro erhalte, welche mir in Deutschland einfach mit meinem monatlichen Lohn auf dem Konto gelandet wären...
Das schönste Warten ist allerdings an Kassen. Vielleicht ist da die französische Seele am deutlichsten sichtbar: Dann, wenn die auf jung gestylten Verkäufer bei H&M gemütlich Oberteile und Slips zusammen legen, dabei sich fröhlich und ausgelassen mit ihrem Kollegen nebenan über ihr Liebes- und Familienleben unterhalten und sich irgendwann mal daran erinnern, dass vor ihnen ja ein Kunde steht.
Gestern stand ich mal wieder bei meinem Supermarkt in der Schlange. Der ist so groß, dass man ihn schon gar nicht mehr ”Super” nennt sondern gleich ”Hyper”. Die Hypermarchés sind riesig und haben einfach alles – außer immer genau das, was man eigentlich sucht. Und frisches Obst und Gemüse.
Während also die Kassiererin nun mit allergrößter Sorgfalt bei jedem Produkt den Strichcode suchte, um dann die Müslischachtel entspannt über den Scanner zu ziehen, befand ich mich in dieser träge dahin ziehenden Schlage. Vor mir stand ein Kerl in meinem Alter mit einem 6er-Pack Milch. Hinter mir eine wuchtigere Dame mit dem weißen T-Shirt des Sportclubs einer Nachbargemeinde, die sich mit ihrem Mann in einer so herrlich fremd klingenden Sprache unterhielt, dass ich meine, es sei Portugiesisch gewesen.
Nun kann man in diesen Situationen, in denen man zwischen Menschen gefangen ist und mal wieder auf Grund der Langsamkeit des französischen Lebens den Bus verpasst anfangen zu fluchen, zu resignieren oder sich fragen, wie es wäre, wenn wir den Krieg gewonnen hätten...
Frankreich verlangt eine Menge Nerven...
Die übrigens und ironischerweise gerade die Franzosen gerne verlieren, scheinen diese doch nur schwer zu verstehen, dass man gerade in einem Freizeitpark vielleicht eine Weile warten muss, um Achterbahn fahren zu können. So stehen sie da und beschweren sich bei mir über das, an das sie doch so gut gewöhnt sein müssten es aber dann nicht sind: zu warten.
Freitag, 21. September 2007
Meine Evaluation
Meine Jahresevaluation steht Heute noch an. Das bedeutet, dass mir gesagt wird, das ich im vergangenen Arbeitsjahr richtig und was eben auch falsch gemacht habe. Ich hasse sowas. Lob und Tadel. Zuckerbrot und Peitsche. Klar, so schlecht wird das nicht ausfallen. Kann es eigentlich gar nicht, wenn ich genau darüber nachdenke. Aber da steht eben noch dieses massive Gebirge von Selbstzweifeln dem gegenüber.
Was ist mir eigentlich zugestoßen, dass ich mir selbst so misstraue? Vermutlich wurde ich einmal zu oft zu einem Date sitzen gelassen. Oder ich hätte mir beim Kinderprogrammkucken auch ruhig die Einstellung eines Schlumpfes aneignen können. Die waren klein, blau und trugen keine Hemden – aber haben am Ende immer gewonnen. Doch keiner ging mit Schlumpfine aus...
Jedenfalls habe ich meine Evaluation mit meinem Manager. Der stammt aus der Gegend um Stuttgart. Und selbst wenn er hier nun Französisch spricht, so kann er das Schwäbisch nicht abschütteln. Sympathisch. Ich fühl mich dabei wie zu Hause und krieg Hunger auf Maultauschen.
Und aus dem Gespräch dürfte auch so einiges klarer werden. Große Veränderungen sind notwendig. Und ich werde den ersten Schritt dahingehend tätigen – müssen.
Ich brauche mehr Selbstvertrauen. Ich muss was aus mir machen. Will neue Wege beschreiten. Ein Ziel habe ich nicht vor Augen. Oder ich kann es nicht sehen...
Doch zu erst die Evaluation. Mit meinem schwäbisch schwätzenden Manager. Schlumpfig, das alles.
Was ist mir eigentlich zugestoßen, dass ich mir selbst so misstraue? Vermutlich wurde ich einmal zu oft zu einem Date sitzen gelassen. Oder ich hätte mir beim Kinderprogrammkucken auch ruhig die Einstellung eines Schlumpfes aneignen können. Die waren klein, blau und trugen keine Hemden – aber haben am Ende immer gewonnen. Doch keiner ging mit Schlumpfine aus...
Jedenfalls habe ich meine Evaluation mit meinem Manager. Der stammt aus der Gegend um Stuttgart. Und selbst wenn er hier nun Französisch spricht, so kann er das Schwäbisch nicht abschütteln. Sympathisch. Ich fühl mich dabei wie zu Hause und krieg Hunger auf Maultauschen.
Und aus dem Gespräch dürfte auch so einiges klarer werden. Große Veränderungen sind notwendig. Und ich werde den ersten Schritt dahingehend tätigen – müssen.
Ich brauche mehr Selbstvertrauen. Ich muss was aus mir machen. Will neue Wege beschreiten. Ein Ziel habe ich nicht vor Augen. Oder ich kann es nicht sehen...
Doch zu erst die Evaluation. Mit meinem schwäbisch schwätzenden Manager. Schlumpfig, das alles.
Donnerstag, 20. September 2007
Mittwoch, 12. September 2007
Meine Vorurteile
Spanier sind laut. Italiener drängeln. Und Franzosen haben die Faulheit kultiviert. Mache einen Engländer nie sauer, denn er neigt zu Aggressionsproblemen. Holländer mögen es günstig. Nicht so sehr allerdings wie die Deutschen, die sich so schlecht kleiden wie die Briten, aber dazu auch noch billig. Merke: wenn einer im Ausland aussieht wie ein Werbemodell für KiK, dann ist es ein Landsmann. Und wenn eine Frau sich so kleidet, als hätte sie den Mode-Laufsteg mit dem Straßenstrich verwechselt, dann ist sie Russin.
Arabische Royals haben den Respekt vor anderen verlernt und ihre philippinischen Kindermädchen kuschen, sind aber oft unfreundlich.
Japaner hingegen sind so nett und höflich, dass man oft nicht weiß, was sie eigentlich wollen. Freundlichkeit versteckt auch eine Menge. Viele Belgier sind klein und rund. Dagegen sind Schweden oft größer und blond. Österreicher sind die höflicheren Deutschen – aber auch bissiger. Einem Deutschen kann man alles erzählen, während ein Franzose meint, die Welt drehe sich nur um ihn.
Junge Engländerinnen tragen generell nichts was größer als XS oder S ist, selbst wenn sie mit 14 Jahren 86 Kilo wiegen. (Nierenentzündung muss auf der Insel die häufigste Krankheit bei Frauen sein.) Holländer nutzen so oft ”ch”-Laute und holen diese so tief aus der Kehle heraus, dass ich allein beim Zuhören Halsschmerzen bekomme. Amerikaner sind in Europa generell kulturgeschockt und wollen daher immer gleich mit einem Manager reden.
Schotten versteht man nicht.
Und in all dem ich. Mit meiner deutschen Präzision – ich denke manch ein Franzose oder Italiener würde es Klugscheißerei nennen. Wir Deutschen werden für unsere Organisation geschätzt, zu viel Gelassenheit wurde mir allerdings noch nie vorgeworfen.
Vergangene Woche war ich im "Völkerkundemuseum" nahe des Eiffelturms. Ein faszinierender Ort. Viele Kulturen werden dort fein säuberlich in Vitrinen ausgestellt.
Und dann komm ich zur Arbeit, wo mich keine Glasscheibe mir von den unterschiedlichsten Kulturen mit all ihren Macken, ihren Fehlern, ihrer Vielfalt und ihren wundervollen Besonderheiten schützt, die meine Arbeit, Europa, ja jeden Ort an den so viele Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen, Ansichten und Gedanken kommen, so spannend und aufregend macht.
Viele Vorurteile werden dabei geformt. Das muss nichts schlechtes sein. Es kann sogar im Umgang mit Menschen und anderen Kulturen helfen. Nur eines darf ein Vorurteil nicht: blind machen vor der Mannigfaltigkeit, die diese Welt und jeder Einzelne auf ihr bietet.
Arabische Royals haben den Respekt vor anderen verlernt und ihre philippinischen Kindermädchen kuschen, sind aber oft unfreundlich.
Japaner hingegen sind so nett und höflich, dass man oft nicht weiß, was sie eigentlich wollen. Freundlichkeit versteckt auch eine Menge. Viele Belgier sind klein und rund. Dagegen sind Schweden oft größer und blond. Österreicher sind die höflicheren Deutschen – aber auch bissiger. Einem Deutschen kann man alles erzählen, während ein Franzose meint, die Welt drehe sich nur um ihn.
Junge Engländerinnen tragen generell nichts was größer als XS oder S ist, selbst wenn sie mit 14 Jahren 86 Kilo wiegen. (Nierenentzündung muss auf der Insel die häufigste Krankheit bei Frauen sein.) Holländer nutzen so oft ”ch”-Laute und holen diese so tief aus der Kehle heraus, dass ich allein beim Zuhören Halsschmerzen bekomme. Amerikaner sind in Europa generell kulturgeschockt und wollen daher immer gleich mit einem Manager reden.
Schotten versteht man nicht.
Und in all dem ich. Mit meiner deutschen Präzision – ich denke manch ein Franzose oder Italiener würde es Klugscheißerei nennen. Wir Deutschen werden für unsere Organisation geschätzt, zu viel Gelassenheit wurde mir allerdings noch nie vorgeworfen.
Vergangene Woche war ich im "Völkerkundemuseum" nahe des Eiffelturms. Ein faszinierender Ort. Viele Kulturen werden dort fein säuberlich in Vitrinen ausgestellt.
Und dann komm ich zur Arbeit, wo mich keine Glasscheibe mir von den unterschiedlichsten Kulturen mit all ihren Macken, ihren Fehlern, ihrer Vielfalt und ihren wundervollen Besonderheiten schützt, die meine Arbeit, Europa, ja jeden Ort an den so viele Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen, Ansichten und Gedanken kommen, so spannend und aufregend macht.
Viele Vorurteile werden dabei geformt. Das muss nichts schlechtes sein. Es kann sogar im Umgang mit Menschen und anderen Kulturen helfen. Nur eines darf ein Vorurteil nicht: blind machen vor der Mannigfaltigkeit, die diese Welt und jeder Einzelne auf ihr bietet.
Mittwoch, 5. September 2007
Es war einmal die Zukunft (3)
...und so gibt es Tage, an denen man den Sorgen und Zweifeln dieser Welt entfliehen möchte um schließlich stolz und voller Wunder vor dem zu stehen, was sein könnte.
Freitag, 24. August 2007
Mein zu Hause
Auf dem Weg zurück nach Paris. Ich sitze im Zug. Noch bin ich in Deutschland. Gerade hielt der TGV in Karlsruhe. Frankreich ist nicht mehr weit.
Ich habe eine Woche bei meinen Eltern verbracht. In meinem alten Kinderzimmer habe ich geschlafen. Und über Wege und durch Gassen bin ich gegangen, die wie Fotos in einem Album kurze Erinnerungen heraufbeschworen.
Es ist nun sechs Jahre her, dass ich mein Elternhaus verließ. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es noch mein zu Hause ist...
Ich kann mir die schnelle Antwort meiner Mutter vorstellen. Aber vermutlich weiß sie, dass das nur eine schöne Lüge ist. Leider.
Mein derzeitiges zu Hause besteht aus Nostalgie. Ich erinnere mich an die Wände meines Zimmers, die ich als kleiner Junge bemalte. An die grün-rote Schaukel in unserem Garten. An den Kirschbaum, der vor meinem Fenster stand und den mein Vater vor einigen Jahren fällte. Die Früchte des Baumes waren grauenhaft bitter und wie das dunkle Ding im Schatten unseres Hauses stand raubte es auch allen Pflanzen in seiner Umgebung die Lebenskraft.
Die Vögel erfreuten sich allerdings an ihm, wenn die schwarzen Kirschen an den Ästen hingen...
Gerne bin ich auf den Straßen meiner Heimatstadt unterwegs. Und doch erfüllt sie mich an Schwermut. An jeder Ecke stoße ich auf Orte, an denen ich einst mit Freunden, die Heute längst aus meinem Leben verschwunden sind, saß und redete. Da sind die Cafés, die Häuser, die alte Stadtmauer und der Fluss, der sich an ihr entlang bewegt. Die Menschen sehen immer noch aus wie noch vor Jahren. Doch erkenne ich niemanden mehr.
Das zu Hause verblasst und wird zur Erinnerung. Die Liebe zur Heimat wird Nostalgie – und damit Rückzugshort vor den Sorgen eines Mannes, der nicht mehr weiß, wo sein zu Hause überhaupt ist. Der es noch finden muss. Der Angst hat, es nie zu finden.
Ich träume davon, mir einen Ort zu schaffen, an dem ich mich so geborgen und so geliebt fühle wie dieser eine Ort meiner Kindheit, den ich in der letzten Woche besuchen durfte.
Ich bin gerne zu Hause. Ich hoffe, dass ich es bald wieder sein werde...
Ich habe eine Woche bei meinen Eltern verbracht. In meinem alten Kinderzimmer habe ich geschlafen. Und über Wege und durch Gassen bin ich gegangen, die wie Fotos in einem Album kurze Erinnerungen heraufbeschworen.
Es ist nun sechs Jahre her, dass ich mein Elternhaus verließ. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es noch mein zu Hause ist...
Ich kann mir die schnelle Antwort meiner Mutter vorstellen. Aber vermutlich weiß sie, dass das nur eine schöne Lüge ist. Leider.
Mein derzeitiges zu Hause besteht aus Nostalgie. Ich erinnere mich an die Wände meines Zimmers, die ich als kleiner Junge bemalte. An die grün-rote Schaukel in unserem Garten. An den Kirschbaum, der vor meinem Fenster stand und den mein Vater vor einigen Jahren fällte. Die Früchte des Baumes waren grauenhaft bitter und wie das dunkle Ding im Schatten unseres Hauses stand raubte es auch allen Pflanzen in seiner Umgebung die Lebenskraft.
Die Vögel erfreuten sich allerdings an ihm, wenn die schwarzen Kirschen an den Ästen hingen...
Gerne bin ich auf den Straßen meiner Heimatstadt unterwegs. Und doch erfüllt sie mich an Schwermut. An jeder Ecke stoße ich auf Orte, an denen ich einst mit Freunden, die Heute längst aus meinem Leben verschwunden sind, saß und redete. Da sind die Cafés, die Häuser, die alte Stadtmauer und der Fluss, der sich an ihr entlang bewegt. Die Menschen sehen immer noch aus wie noch vor Jahren. Doch erkenne ich niemanden mehr.
Das zu Hause verblasst und wird zur Erinnerung. Die Liebe zur Heimat wird Nostalgie – und damit Rückzugshort vor den Sorgen eines Mannes, der nicht mehr weiß, wo sein zu Hause überhaupt ist. Der es noch finden muss. Der Angst hat, es nie zu finden.
Ich träume davon, mir einen Ort zu schaffen, an dem ich mich so geborgen und so geliebt fühle wie dieser eine Ort meiner Kindheit, den ich in der letzten Woche besuchen durfte.
Ich bin gerne zu Hause. Ich hoffe, dass ich es bald wieder sein werde...
Mittwoch, 15. August 2007
Es war einmal die Zukunft (2)
Wo wir schon bei Weihnachtswünschen sind, wann bekomme ich denn endlich mein eigenes Hoverboard?
Freitag, 10. August 2007
Mein WC-Wunsch
Lieber Weihnachtsmann,
ja, ich weiß: ich bin dieses Jahr etwas früh dran mit meiner Wunschliste für das Fest der Feste. Doch wollte ich nicht vergessen, dir zu schreiben. (So wie ich vergessen hab meiner Sozialversicherung wegen meinem Krankengeld zu schreiben...) Denn ich habe ein dringendes Anliegen:
Ich will eine Gasmaske.
Seit geraumer Zeit lebe ich nun in einer Männer-WG. Das hat durchaus gewisse Vorteile, allen voran das wundervolle Fehlen der Farbe ”pink”.
Ein nicht zu leugnender Nachteil allerdings stellt die Neigung mancher meiner Y-Chromosom-tragenden Geschlechtsgenossen dar, Stunden auf der Toilette zu verbringen. Frauen sollten in der Tat froh sein, dass so viele von uns ihre Bedürfnisse im Stehen verrichten und es endlich als kleineres Übel akzeptieren. Denn wenn ein Mann einmal auf Porzellan sitzt, dann sitzt er.
Er vergisst alle Sorgen der Welt und der Ärger, der Frust und der Lärm, der ihn umgibt verschwindet. Wenn er dann noch eine Sportzeitung oder ein Männermagazin (die nur Interviews anbieten, damit man nicht zugeben muss diese Printerzeugnisse nur wegen der Bildchen und der Artikel ”Wie habe ich besseren Sex?” zu kaufen...) ... Nun, dann wird aus dieser Anlage zur Beendigung des Verdauungsprozesseses der Himmel auf Erden...
Problematisch ist es nun, wenn mehrere Männer sich eine Toilette teilen. Kommt dann noch Zeit- oder anderer, äh, Druck hinzu, so stellt sich dem treuen Mitbewohner ein echtes Dilemma. Schon öfters war es mir nun nicht vergönnt, zwischen Dusche und dem Gang zur Arbeit wichtigen, äh, Geschäften nachzugehen. Auch die Entledigung großer Menge von Flüssigkeit (insbesondere solche mit Prozenten) kann schwierig werden. (So schwierig, dass ich mittlerweile bereue neben Kugelschreibern, Verbandszeug und Handschuhen nicht auch noch die ein oder andere Urinflasche aus meiner Zivildienstzeit im Krankenhaus habe mitgehen zu lassen.)
Doch das ist nicht einmal das Schlimmste. Für all das gibt es eine Lösung.
Grauenvoller ist der Augenblick, wenn man die Spülung hört, die Erleichterung doch so nah ist und ins sanitäre Herz der Wohnung vordringt nur um dort zu erkennen: es stinkt.
Und zwar gewaltig. Entweder nach einem halben Liter chemisch hergestellten Lavendelduft, den der Vormann noch in einem letzten Anflug von Anstand versprüht hat oder eben... na ja... der Worte sind genug gesagt.
Also, lieber Weihnachtsmann, eine Gasmaske wäre wirklich nett in diesem Jahr. Vielleicht in himmelblau?
Und wenn das nicht geht, wie wär’s dann endlich mit einer eigenen Wohnung?!?
ja, ich weiß: ich bin dieses Jahr etwas früh dran mit meiner Wunschliste für das Fest der Feste. Doch wollte ich nicht vergessen, dir zu schreiben. (So wie ich vergessen hab meiner Sozialversicherung wegen meinem Krankengeld zu schreiben...) Denn ich habe ein dringendes Anliegen:
Ich will eine Gasmaske.
Seit geraumer Zeit lebe ich nun in einer Männer-WG. Das hat durchaus gewisse Vorteile, allen voran das wundervolle Fehlen der Farbe ”pink”.
Ein nicht zu leugnender Nachteil allerdings stellt die Neigung mancher meiner Y-Chromosom-tragenden Geschlechtsgenossen dar, Stunden auf der Toilette zu verbringen. Frauen sollten in der Tat froh sein, dass so viele von uns ihre Bedürfnisse im Stehen verrichten und es endlich als kleineres Übel akzeptieren. Denn wenn ein Mann einmal auf Porzellan sitzt, dann sitzt er.
Er vergisst alle Sorgen der Welt und der Ärger, der Frust und der Lärm, der ihn umgibt verschwindet. Wenn er dann noch eine Sportzeitung oder ein Männermagazin (die nur Interviews anbieten, damit man nicht zugeben muss diese Printerzeugnisse nur wegen der Bildchen und der Artikel ”Wie habe ich besseren Sex?” zu kaufen...) ... Nun, dann wird aus dieser Anlage zur Beendigung des Verdauungsprozesseses der Himmel auf Erden...
Problematisch ist es nun, wenn mehrere Männer sich eine Toilette teilen. Kommt dann noch Zeit- oder anderer, äh, Druck hinzu, so stellt sich dem treuen Mitbewohner ein echtes Dilemma. Schon öfters war es mir nun nicht vergönnt, zwischen Dusche und dem Gang zur Arbeit wichtigen, äh, Geschäften nachzugehen. Auch die Entledigung großer Menge von Flüssigkeit (insbesondere solche mit Prozenten) kann schwierig werden. (So schwierig, dass ich mittlerweile bereue neben Kugelschreibern, Verbandszeug und Handschuhen nicht auch noch die ein oder andere Urinflasche aus meiner Zivildienstzeit im Krankenhaus habe mitgehen zu lassen.)
Doch das ist nicht einmal das Schlimmste. Für all das gibt es eine Lösung.
Grauenvoller ist der Augenblick, wenn man die Spülung hört, die Erleichterung doch so nah ist und ins sanitäre Herz der Wohnung vordringt nur um dort zu erkennen: es stinkt.
Und zwar gewaltig. Entweder nach einem halben Liter chemisch hergestellten Lavendelduft, den der Vormann noch in einem letzten Anflug von Anstand versprüht hat oder eben... na ja... der Worte sind genug gesagt.
Also, lieber Weihnachtsmann, eine Gasmaske wäre wirklich nett in diesem Jahr. Vielleicht in himmelblau?
Und wenn das nicht geht, wie wär’s dann endlich mit einer eigenen Wohnung?!?
Labels:
Männer,
Toilette,
Weihnachten,
Wohnung
Mittwoch, 8. August 2007
Fotos: Vaux le Vicomte
Es gibt nicht nur rosa Märchenschlösser: Vaux le Vicomte ist eine bezaubernde Schloss- und Gartenanlage unweit des Königreiches der Maus. Der Ort ist ein Meisterwerk barocker Kunst und soll den Sonnenkönig Ludwig XIV. zum Bau von Versailles inspiriert haben. Ich verstehe auch warum...Zum Vaux le Vicomte Album
Freitag, 3. August 2007
Filme: "Ratatouille"

Ich gebe es zu, ich werde mich im Folgenden nicht gerade mit Originalität bekleckern: ich werde wie wohl jeder Kritiker auf diesem Planeten meine Gedanken zu Pixar's neuestem Film, "Ratatouille", mit jeder Menge Küchenjargon "würzen". Tut mir leid, es ist früh und Originalität kommt bei mir erst nach dem Mittagessen... (und da haben wir schon wieder das Thema Essen).
Um es kurz zu machen: "Ratatouille" ist so genüsslich, großartig und lecker wie ein wundervolles Abendessen. Der Film folgt der Ratte Remy in die Küche eines Pariser Nobelrestaurants... die Figuren, das Essen, das Restaurant und die Stadt selber sind so liebevoll animiert, dass man nur von ganz großer (Koch-)Kunst sprechen kann. Abgeschmeckt wird das ganze mit der herrlichen Musik im Hintergrund.
Kein anderer Film konnte mich dieses Jahr so zufriedenstellen wie "Ratatouille". Wer Paris, gute Filme und / oder gutes Essen liebt, der kommt an "Ratatouille" nicht vorbei...
Abonnieren
Posts (Atom)